TRAGISCHE HELDEN, HISTORISCHE GRENZGÄNGER

 


Das Projekt >>Tragische Helden, historische Grenzgänger<< (Arbeitstitel) beleuchtet die deutsche Kolonialgeschichte in Kamerun von 1884 bis 1919 und deren Folgen für die Gegenwart.

Anlass für die deutsch-kamerunische Theaterproduktion ist das 100-jährige Jubiläum des Ende des ersten Weltkriegs. Mit dem Inkrafttreten des Versailler Vertrags verlor Deutschland seine Kolonien in Afrika an die Siegermächte. Großbritannien und Frankreich teilten Kamerun unter sich auf. Trotz der Vereinigung der Republik Kamerun 1972 sorgten die zwei verschiedenen Amtssprachen, Französisch und Englisch, unterschiedliche Bildungssysteme, wirtschaftliche Strukturen und Mentalitäten für innerpolitische Konflikte, die mit Separatistenbewegungen zu eskalieren drohten. Auch Deutschland, welches nach dem zweiten Weltkrieg von den Siegermächten in DDR und BRD geteilt wurde, hat nach 28 Jahren Wiedervereinigung noch immer nicht seine Teilung politisch, ökonomisch und gesellschaftlich erfolgreich aufgearbeitet. Kamerun und Deutschland haben parallele Schicksale erleiden müssen.

Auch das hochaktuelle Thema der Migration betrifft beide Länder. Kamerun nimmt jährlich hunderttausende Migranten aus Nigeria, der zentralafrikanischen Republik und Tschad auf. Beide Länder sind mit Herausforderungen in Fragen der Migration konfrontiert, wie beispielsweise die Migration von Afrika nach Europa aufgrund von politisch angespannten oder wirtschaftlich aussichtslosen Verhältnissen vor Ort.

Das Theaterstück wird vom kamerunischen Author Juvenil Assomo geschrieben, durch Schauspieler*innen und Musiker*innen aus Duala und Yaounde präsentiert, die Regie macht J.V. Neumann, der lokale Produzent ist Landry Nguetsa.

 
Dieses Projekt wird durch das Auswärtige Amt gefördert und steht in der Tradition folgender vom Auswärtigen Amt geförderten Projekte: 2015 >>Ibsens Volksfeind in Simbabwe<<, 2014 >>Kleists Michael Kohlhaas in Angola<<, 2013 >>Identity a bloody Romance<< und 2012 „Dürrenmatt: Der Besuch der alten Dame“ in Mosambik.


Die Aufführungen sind am 24.-29.06.2018 im l’institut français sowie dem Goethe Institut in Yaoundé und in Douala / Kamerun