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RESTITUTION ART LAB - PREMIERE UND AUFFÜHRUNGEN AM 17. & 18.06. 2022 IN DER VOLKSBÜHNE BERLIN

Poesie erfüllt den Raum, eine Statue erzählt ihre Vergangenheit, von ihren Sehnsüchten und von der Gefangenschaft im Keller eines deutschen Museums. Videos zeigen, wie voll diese hierzulande sind und wie leer in Angola und Kamerun. Künstler:innen aus vier Ländern erzählen in persönlichen Monologen von ihren Beziehungen zu diesen Objekten. Diskussionen werden laut, ob auch diese Performance sich in einem postkolonialen Habitus bewegt: Expert:innen werden zitiert, Auseinandersetzungen ausgefochten darüber, was wem gehört, historische Bilder im nebligen Raum, historische Beschreibungen kolonialer Kriegsführung erklingen, der Klang von Mbvoko, Mbira, Klavier, Xizambi und Totohwe füllt den Raum. Die Dämonen unserer Vergangenheit haben uns eingeholt, die Nachfolger:innen der Bestohlenen fordern ihre Heimkehr und wissen, was mit ihnen Zuhause passieren soll.

Restitution Art Lab – Zur Rückkehr der afrikanischen Kulturgüter nimmt es mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unserer Verbindung zu verschiedenen afrikanischen Gesellschaften auf. Das künstlerische Labor von Paradise Garden verfolgt gemeinsam mit portugiesischen Partner:innen sowie Partner:innen aus Angola (als ehemalige portugiesische Kolonie) und Kamerun (als ehemalige deutsche Kolonie) die Fragen: Wie und warum wurden die afrikanischen Kulturgüter gesammelt? Welche Bedeutung haben sie heute und für wen? Wer erhebt Anspruch auf sie und mit welcher Begründung?

Seit mindestens 50 Jahren diskutiert Europa über die Restitution kolonialer Museumsbestände an afrikanische Herkunftsgesellschaften. Wie kann es also sein, dass heute – im Jahr 2022 – immer noch kaum Kunstschätze zurückgegeben wurden? Bénédicte Savoy schreibt in ihrem Buch Afrikas Kampf um seine Kunst: „Der Kampf um Afrikas Erbe ist nicht nur ein Kampf der Afrikaner. Er ist auch in Europa ein Kampf zwischen Außen- und Innenpolitik, zwischen Diplomatie und Museen, zwischen Information und Desinformation. Dieser Kampf gleicht einem theatralischen Spektakel, das gnadenlos die Machtungleichheiten der kolonialen Kontinuität entlarvt.“

https://ticket.volksbuehne-berlin.de/eventim.webshop/webticket/eventlist

Das Projekt macht die bisher meist in den Feuilletons geführten Diskussionen um die Rückgabe afrikanischer Kulturgüter einer breiten Öffentlichkeit in einem Hybrid aus Theater, Performance, filmischer Dokumentation und Symposium zugänglich.

MIT:
Kamerun: Sylvie Njobati, Landry Nguetsa, Juvenil Assomo
Angola: Tila Likunzi, Jaliya The Bird, Helena Uambembe
Portugal: Inês Beleza Barreiros, Kitty Furtado
Team Paradise Garden: Robert Rickli, Melwin Funk, Mystha Mandersloot, Christine Wünsch, Àlvaro José Sánchez Rosero, Phillip v. Rothkirch, Luka Mukhavele, Jens Vilela Neumann

gefördert durch das Auswärtige Amt

 

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PREMIERE AM 4.03.22 IM THEATER OST BERLIN "ZUM GUTEN MENSCHEN"

Wörter sind das Besteck des Denkens! Die Frage ist also, worüber spricht die Gesellschaft? Wer spricht? Dürfen nur Migranten*innen über Migration sprechen? Darf nur das Gorki Theater diese Thema dramatisch bearbeiten? Nur ein Syrer über die syrische Community in Berlin? Nur ein Transsexueller über die Gender Thematik? Sprache ist performativ und beschreibt somit nicht nur die Welt, sondern konstruiert sie und bringt die Dinge praktisch erst hervor, weil sie die Wahrnehmung der Wirklichkeit strukturiert. In dem Theaterstück ZUM GUTEN MENSCHEN zeigen wir Ihnen eine Abrechnung mit dem eigenen versteckten Rassismus, der sich als politisch korrektes Selbstverständnis tarnt. Wir zeigen Ihnen ein Reinigungsritual!

Premiere ist am 4.03.22 im THEATER-OST (Moritz-Seeler-Straße 1 - 12489 Berlin) um 19:00 Uhr Karten unter: kartenverkauf@theater-ost.de TEXT & REGIE: Jens Vilela Neumann SPIEL: Houssam Safari, Christine Wünsch, Jabbar Mohammadi, Olga Bauer, Nadine Gernandt, Alvaro Sanchez Rosero, Lena Liberta, Odilie Kennerknecht BÜHNE & KOSTÜM: Anneke Frank, Katri Saloniemi FOTOGRAFIE Anneke Frank FOTOGRAFIE / BRANDING Florian Ritter 

 

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