Künstlerische Ausrichtung / Methode

Grundlage der künstlerischen Arbeit von Paradise Garden sind drei Elemente. Sie stehen nicht vereinzelt, sondern bedingen, verbinden und ergänzen sich.


1. der physische Ansatz 

Nicht die Sprache oder der Text sind Ausgangspunkt der Arbeit, sondern der Körper als Arbeitsfeld, als „Instrument“ als poetisches und dramatisches Potenzial. Bewegungen und Improvisationen des Körpers, seine gestische Sprache und seine Dynamik bestimmen das Spiel auf der Bühne. Bühnenbild, Licht und Kostüme treten in den Hintergrund.  In diesem physische Ansatz liegt die Gemeinsamkeit aller Beteiligten, egal aus welchen Land sie kommen, welchen Erfahrungshintergrund sie haben oder welchen künstlerischen Stil sie einbringen.  


2. der rituelle Ansatz

Wir beschäftigen uns seit 20 Jahren mit der Frage, welche Rituale im Theater zelebriert werden und welche Funktion das Theater als Ritual für verschiedene Gesellschaften hat. Wir ritualisierten unser Schauspiel - Training und die kreativen Arbeitsabläufe. Wir analysieren, hinterfragen und verbinden rituelle Handlungen aus Gesellschaft und Religion und die damit verbundenen Gemeinschafts- und Glaubensvorstellungen.

 

3. unser zeitgenössisches Kunstverständnis

Wir befinden uns in einem Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne, in dem wir den Konflikt als die Hauptantriebskraft schöpferischer Auseinandersetzungen ansehen und einsetzen.  In diesen künstlerischen Prozessen  erkunden und hinterfragen wir immer wieder neu die Beziehung der Künstler*innen zum Werk und ihrem Publikum sowie die Beziehung zwischen dem Publikum  und dem Werk. Offenheit und Transparenz sind dabei die Hauptwesensmerkmale unserer Arbeit. Wir verstehen uns als „Geschichtenerzähler“ deren wesentliche Aufgabe darin besteht, die Komplexität, Vielschichtigkeit und das Paradoxe zwischenmenschlicher und gesellschaftlicher Zusammenhänge aufzuzeigen.  Wir sehen Theater als Performance, lieben aber auch Figurenentwicklungen, Klimax und Katharsis. Wir suchen neue Wege, diese unterschiedlichen dramaturgischen Konzepte zusammenzubringen.