Ensemble die sTrotzenden

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In der Nähe des Feuers

Von der Kunst, mit der Krankheit „Krebs“ umzugehen.

Auf unterschiedliche Art und Weise versuchen wir in einem humorvollen und dramatischen Theaterstück der Frage nachzugehen, wie man als Krebserkrankter das Leben neu entdecken und erfahren kann.

Trotz aller leidvollen Erfahrungen gibt es auch Glücksmomente, die das Leben schöner machen, z. B. Theater zu spielen, die Welt drum herum mal zu vergessen und ganz einfach: Spaß zu haben! Ziel unseres Stückes ist es, aus verschiedenen Perspektiven die zahlreichen Erfahrungen auszudrücken und auf der Theaterbühne darzustellen, begleitet von Livemusik.

Zitate aus dem Theaterstück:

Wenn man diesen scheiß Krebs bekommt, fragt man sich: Warum ich? Was habe ich falsch gemacht? Wie soll ich dagegen ankämpfen?

Du verabschiedest Dich von der Unschuld,
von der Normalität, von der Unbedarftheit!
von Deinem alten ICH,
welches sich mehr um andere gekümmert hat als um sich selbst, von alten Beziehungen, die Dir nicht gut getan haben, ohne dass Du es gemerkt hast,
vom Zucker, vom Alkohol, vom Tabak, vom Genuss, vom Appetit,
davon, dass Du kein richtiger Mann mehr sein kannst, keine richtige Frau,

Du verabschiedest Dich  von den ungeborenen Kindern - die Du jetzt nicht mehr haben kannst.

Ich habe schon vorher nicht geraucht - da ist Nikotin drin,
kein Kaffee getrunken - da ist Koffein drin,
kein Alkohol getrunken, kein Fleisch gegessen,
keinen grünen Tee getrunken und habe trotzdem einen Krebs bekommen.

Sie haben jetzt genau zwei Möglichkeiten:
Natürlich können Sie sich zurückwenden
und da immer wieder den Schuldigen suchen oder aber Sie gucken nach vorne
und Sie übernehmen selbst Verantwortung,
nehmen Ihr Leben in die Hand, selbstverantwortlich, und agieren!

Und dann gibt es ein neues Leben
Ein anderes Leben. Du gestaltest Deine Beziehungen, Deine Familie neu, entdeckst tiefe und wahrhafte Freundschaften.
Erlebst Unterstützung durch Menschen, von denen Du es nicht erwartest hättest. Gehst auf Weltreise, machst Grenzerfahrungen und überschreitest Grenzen. Der Moment in dem Du lebst, hat beides gleichzeitig. Er ist kurz, knapp und unendlich wertvoll.

Durch die Annahme Deiner Sterblichkeit hat die Angst vor dem Tod keinen Platz mehr. Es liegt an dir, dein neues Leben willkommen zu heißen.

In dem Moment, wo die Hoffnung auf Genesung starb,
brach für mich die Welt zusammen und ich fragte „Was jetzt?
Was ist denn jetzt die Perspektive? Wie kannst du denn jetzt weiter machen?“

Entweder ich akzeptiere den Krebs und schließe Frieden mit ihm! Oder ich akzeptiere ihn nicht und kämpfe gegen ihn!

Birgit war ganz ruhig und souverän „Jetzt zählt einfach jeder Tag,
am Ende des Tages frage ich mich, ob es ein guter Tag war
und das ist alles was zählt!“.

Aussagen der Schauspielrinnen:

Chrissy: Nachdem einen die Diagnose wie ein Schlag trifft und aus der Bahn wirft, kommt irgendwann die Erkenntnis: Um mit der Sache fertig zu werden, hilft aktives Gestalten der Gegenwart und z. B. eine völlig neue „challenge" - wie es für mich das Theaterspielen ist-, die die Energie anderweitig kanalisieren hilft. Darüber hinaus macht es trotz aufwühlender Momente und Erinnerungen Spaß, gemeinsam mit anderen ein Projekt zu erarbeiten und umzusetzen. 


Lucie: Es ist schön einen geschlossenen Raum zu haben, um über seine Gedanken und Gefühle zu reden, die im Alltag manchmal keinen Platz finden. Und es ist schön, gemeinsam seine Energie in etwas positives zu stecken.

Svenja: Sich über das Medium Theater mit den eigenen Lebensthemen zu beschäftigen, ist für mich ein guter Weg, für Dinge einen Ausdruck zu finden, die eigentlich unaussprechlich sind. Aus der eigenen Kreativität zu schöpfen und sich lebendig zu fühlen. Nicht alleine sondern gemeinsam.


Chris: Obwohl wir in einer angeblich so offenen Gesellschaft leben, wird das Thema Krebserkrankung immer noch tabuisiert. Über Krankheiten redet man nicht, Empathie zeigen fällt schwer. So war die Mitarbeit in diesem Projekt, das Miteinander mit anderen Krebsbetroffenen und die Auseinandersetzung mit der Krankheit auf eine zum Teil spielerische Art wohltuend für mich. Die Ambivalenz zwischen Leichtigkeit und Schwere, Lachen und Nachdenklichkeit bis hin zur Trauer haben bei mir innerlich viele Turbulenzen verursacht, ich war dem Thema Krebs wieder sehr nahe, und das war mitunter sehr schmerzhaft. Vieles habe ich durch dieses Projekt über mich erfahren, und das war auch gut so!!!! Die Auseinandersetzung mit mir selbst war eine sinnreiche Erfahrung für mich.


Theresa: Ich war mir unschlüssig, ob ich an dem Theaterstück mitwirken wollte, habe mir Bedenkzeit genommen, in Ruhe geschaut, die anderen Mitspielerinnen kennengelernt, mich erneut auf die Tiefe des Themas einlassen. Ich wollte mich ausprobieren, etwas für mich Neues machen. Da erschien Theater als eine gute Möglichkeit mich auszudrücken, mir Gehör zu verschaffen, mich mitzuteilen. Ich habe Freunde, Verwandte und Kollegen zu dem Stück eingeladen. Sie sind ebenfalls ein Stück meines Weges mitgegangen und haben mich dabei unterstützt. Ich bin sehr dankbar dafür.


Katta: Da komme ich hin und kann DA sein im Dasein. Mit den anderen spielen und mich ernst nehmen. Hüpfen, springen, schauen, staunen und das hoch konzentriert. Durch... und dann noch einmal ... und noch mal.. und ... dann klappt’s auch mit dem Text. Meine Ecken und deine Kanten, egal wir stemmen das gemeinsam!

 

Regie: Jens Vilela Neumann

Text: Jens Neumann und Birgit Oelschläger

Regieassistenz: Lucie Oelschläger

Kostüm und Bühnenbild: Nicole Timm

Musik: Philip Rothkirch

Flyerdesign: Florian Ritter

Es spielen: Chris Simmat, Svenja Beneke, Christiane Richter, Theresa Hoppe, Katrin Becker

 

Wann? 1. & 2.12.2018 um 18 Uhr

Wo? Scharun Saal, Friedrich-Stampfer-Straße 1, 10969 Berlin (Ubhf Hallesches Tor)


Gefördert von: AOK Berlin

In Zusammenarbeit mit: Nachbarschaftsheim Schöneberg e.V.

Kartenreservierung über pgpassistenz@gmail.com

 

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