ENSEMBLE DER ZERTREUTEN

 

Wir, die Zerstreuten, sind eine multikulturellen Theatergruppe, die ihr­en Sitz in der alten ­Möbelfabrik in Berlin-Köpeni­ck hat. Aus Spanien, Syrien, ­dem Iran, Ägypten, Hessen, Sachsen und Köpenick kommend sind wir überzeugt davon, dass Gegens­ätze Reibung erzeugen und Konflikte der Treibstoff des Th­eater sind. 2019 stellten wir uns dem Thema Religion, Gender, und Sexu­alität. Neben der Auseinandersetzung mit dem Mythos von Adam und Eva hat uns beschäftigt, wie und ob Männer und­ Frauen mit den aktuellen Herausforderungen des Alltags und den damit verbundenen Rollenvorstellungen umgehen (können). "EVADAM - Experimente am Mythos" ist das Ergebnis von Auseinandersetzungen aus verschiedenen kulturellen Perspektiven der Zerstreuten im Hinblick zu folgenden Fragen: Welche Geschlechterrollen kenne ich durch meine Erziehung und welche Bilder und Erwartungen werden damit verbunden? Wie stehe ich selbst zu diesen? Wie prägt der Mythos von Adam und Eva noch heute unsere Gesellschaft. Liebe - die Herausforderungen im Alltag, in der Ehe oder als Patchworkfamilie. Erinnerungen, Erlebnisse von Konflikten zu diesem Thema - wie gehen wir mit Spannungen zum Thema innerhalb der Gruppe um? Welche Ängste/ Bedrohungen empfinden wir in den neuen und alten Gender-Modellen?

 

 

Gott als Regisseur, Adam und Eva als Prototyp von Mann und Frau und die Liebe ein Experiment in der Endlosschleife. Bei dem Versuch, dem größten Mythos aller Zeiten neue Schönheit, Macht und Einfluss einzuhauchen, trifft Gott auf seine Schauspieler*innen samt deren begrenztem Beziehungsvermögen. Unterschiedliche kulturelle Hintergründe, sexuelle Präferenzen und Erfahrungen mit der Liebe, die nicht den romantischen Vorstellungen des Regisseurs entsprechen, werfen die Fragen auf: Wer hat eigentlich die Macht im Kanon der Geschichtenerzähler*innen? Welcher Mythos erschafft welche Gesellschaft? Ist die „romantischen Liebe" und die Monogamie noch zu retten und was sagen eigentlich Eva und Adam dazu? Live-Musik und Videoprojektionen unterstützen die Suche nach dem „Wesen der Liebe".
TEXT & REGIE: Jens Vilela Neumann SPIEL: Housam Safari, Franziska Kohlhoff, Christine Wünsch, Claudia Pomares, Norman Glatzer, Jabbar Mohammadi, Ahmed Zakaria Soliman, Florian Ritter 

Mit freundlicher Unterstützung durch das Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin - Amt für Weiterbildung und Kultur, eine Paradise Garden Production mit dem multikulturellen „Ensemble der Zerstreuten".

 


Die Zerstreuten sind: 

Norman Glatzer ist Wahl-Köpenicker und wenn er nicht im Wald unterwegs ist, sprengt er mit dem Theaterspielen gern die Grenzen der Bürgerlichkeit. Das Theater gibt ihm die Chance, sich selbst weniger ernst zu nehmen und das Leben kreativ darzustellen.
Florian Ritter zog 2017 mit seiner Familie von Shanghai nach Berlin und widmet sich seitdem den Aktivitäten, in denen er die große Liebe finden kann. Als Klassenclown und Fotograf bewies er schon in jungen Jahren Mut, vor Publikum zu agieren. Jetzt muss er nur noch seinen Text lernen.  

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Hosam Safari  ist 2016 aus Syrien nach Berlin geflohen. In Syrien ist er ein beliebter Comedian. Er genießt es vor Publikum mit anderen Menschen zu interagieren und in unterschiedliche Gefühlswelten einzutauchen.

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Franziska Kohlhoff ist gebürtige Berlinerin und hat über die Musik zum Theater gefunden. Das Theaterspielen ist für sie die Herausforderung über den eigenen Schatten zu springen, Grenzen zu überschreiten und genau zu beobachten.

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Als Jabbar Mohammadi 2015 aus Afghanistan nach Berlin kam, hat er sofort mit dem Theaterspielen begonnen. Es hilft ihm, deutsch zu lernen. Aber vor allem liebt er es, in andere Rollen und Emotionen zu schlüpfen und die Reaktionen der Menschen auf sein Spielen zu beobachten.

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Christine Wünsch ist Berlinerin, Theaterwissenschaftlerin und spielte seit ihrer Jugend schon in mehreren Theaterproduktionen. Theater ist sozusagen neben der Musik ihre Leidenschaft, denn Christine liebt es, Teil eines großen Gesamtkunstwerks zu sein.

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Claudia Pomares hat 2013 ihre spanische Heimat verlassen und lebt seitdem in Berlin. Sie versetzt sich gern in anderer Menschen Emotionen, was ihr beim Theaterspielen zugutekommt. Andere Rollen und das Zusammenspielen mit verschiedenen Menschen begeistern sie. 

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Wenn Ahmed Zakaria Soliman nicht in Köpenick mit den „Zerstreuten“ Theater spielt, unterrichtet der Ägypter Arabisch. Auf der Bühne kann er ganz aus sich herauskommen. Ihm gefällt vor allem die Interaktion mit dem Publikum und das Überschreiten von Konventionen.

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